Mittwoch, 20. Mai 2015

Buchbesprechung: Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil



Es sind nun bereits einige Wochen vergangen, seit ich das Rezensionsexemplar eines Buches in der Post fand, auf das ich gespannt gewartet habe und das mich noch vor dem eigentlichen Aufblättern fasziniert hat: Heute endlich möchte ich Euch den Band „Kinderkleidung im japanischen Stil“ von Mariko Nakamura vorstellen, mit einem Dankeschön an den Haupt Verlag für die freundliche Zusendung.



Und weil mir das Buch von Beginn an keine Ruhe lassen wollte – weil die darin vorgestellten Projekte mir derart reizvoll erschienen, ungewöhnlich und alltagstauglich gleichermaßen; schließlich: Weil ich denke, dass zu einer Buchbesprechung eines Näh-Buches schlichtweg gehört, Schnittmuster daraus zu testen und die Anleitungen "abzuklopfen", findet Ihr heute hier auf dem Stoffbüro-Blog die genähten Modelle mit weiteren Details.

Mit „Kinderkleidung im japanischen Stil“ liegt nun also ein weiterer deutschsprachiger Band mit japanischen Schnittmustern für Kinder vor. Drei Bücher von Makiko Asai habe ich Euch hier schon vorstellen dürfen.

Das Buch von Mariko Nakamura besticht durch seine hochwertige Aufmachung und die schlichten und stilvollen Fotos. Die Schnittmusterbögen finden sich säuberlich verstaut in einer Tasche in der vorderen Umschlagklappe, das Buch wird zusammengehalten durch einen Spanngummi.



Die Schnittmusterbögen sind sehr übersichtlich gestaltet: Definitiv ein großes und hervorhebenswertes Plus.



Die 20 im Buch vorgestellten Nähprojekte sind jahreszeitlich in die zwei Kapitel „Frühjahr/Sommer“ und „Herbst/Winter“ gegliedert. Es sind Schnitte enthalten für Jungen wie für Mädchen: Kleider, Tuniken, Hemden, Blusen, Hosen, Röcke – auch Jacken und zwei ausgefallene Haarbänder; die Schnitte liegen in vier Größen (100 bis 130) vor, und decken damit ein großzügiges Spektrum ab. Sicherlich liegt ein kleines Übergewicht bei den Mädchenschnitten: Auch hier scheint sich wieder zu bewahrheiten, dass Mädchen vielfältiger zu benähen sind, dass Kleider, Röcke und Tuniken mehr Variationsmöglichkeiten bieten als Hemden und Hosen. Jedoch kommen die Jungs keineswegs zu kurz, und schließlich lassen sich die Buben-Modelle problemlos als Unisex-Schnitte einsetzen, taugt doch die Bermuda ebenso für Mädchen, zum Beispiel mit dem passenden Top dazu. Die einzelnen Modelle sind also auch gut miteinander kombinierbar:


(Details zu den genähten Modellen hier im Stoffbüro-Blog.)

Um diese Jahreszeit habe ich mich bei der Modellauswahl selbstverständlich auf die entsprechenden Schnitte konzentriert – wobei auch die Sommerkleider sich per Lagenlook in den Herbst und Winter verlängern lassen: So wie dieses Sommerkleid mit geteiltem Vorderteil und großer Schleife im Rücken.


(Details zu den genähten Modellen hier im Stoffbüro-Blog.)

Andererseits steht dafür auch bereits das langärmelige Pendant mit Bubikragen auf der Näh-Liste:



Bei den ausgesprochen hübschen Modellen nämlich fällt mir die Entscheidung zugegebenermaßen schwer, insbesondere, nachdem sich die Schnitte, die ich nun genäht habe, in der Passform bewährt haben. Sie sind durchaus großzügig geschnitten und lassen Bewegungsfreiheit, ohne dass der viele Stoff die Bewegung stören würde. Sie regen an, zu Naturmaterialien zu greifen – zu Webstoffen aus Baumwolle und Leinen in den meisten Fällen, aber durchaus auch zu Sweat oder Walk, wie beispielsweise diese Jacke, die für Jungs wie Mädchen und das ganze Jahr hindurch zum Einsatz kommen kann:



Etwas Näherfahrung sollte man für die Schnitte mitbringen, wer aber schon das ein oder andere Stück genäht hat, sollte mit den ausführlich bebilderten Anleitungen gut zurechtkommen. Grundtechniken, auf die mehrere Modelle zurückgreifen, werden im Anhang separat erklärt.



Die Nahtzugabe ist in den Schnitten bereits enthalten – ein wenig musste ich darüber grübeln, messen und rechnen, da mir der entsprechende Hinweis im Buch nicht hinreichend explizit erschien. Spätestens bei dem Jungs-Hemdchen mit Einsatz musste das jedoch auf der Hand liegen:



(Details zu den genähten Modellen hier im Stoffbüro-Blog.)


Kommentare:

  1. Sehr, sehr schöne Sachen! Und am besten gefallen mir die einfachen Schnittmusterbögen! Denn die finde ich bei meinen japanischen Nähbüchern nicht so übersichtlich.
    LG Judy

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  2. Sehr schönes Buch und tolle Umsetzung...
    Ich habe das Buch heute leider wieder zurück geschickt : (
    Für Jungs sind nur 5 Schnitte enthalten... Das lohnte sich für mich leider nicht.
    Aber habe das Buch "casual sweet clothes" von nariko Sasahara behalten... Denke da werde ich einiges für mich draus nähen, gab es dazu schon eine Rezension?

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