Mittwoch, 8. Februar 2012

Sewing Naturira Vol. 5, #40: Jersey-Tunika mit Kapuze


Wenn ein Schnitt für nicht-dehnbare Stoffe konzipiert ist, Ihr ihn aber aus dehnbaren Stoffen nähen wollt, müßt Ihr – je nach Stöffchen- ein wenig dafür sorgen, dass der Stoff sich so verhält wie der vom Designer vorgesehene Stofftyp. Konkret: Wer diese Tunika aus Jersey nähen möchte, bügelt bitte Nahtband auf die Nahtzugaben der Schulter oder faßt Silicon-Band beim Zusammennähen der Schulter mit. Das ist wichtig, weil Euch die Schultern beim Tragen sonst irgendwohin dehnen und nicht mehr definiert sitzen.


Aus genau diesem Grund – aber auch weil es optisch mehr her macht- habe ich die Verbindungsnaht Kapuze-Shirt mit einem Band abgedeckt. Das Band dehnt nicht und so bleibt auch die Rückenpartie artig in Form.


Der Schnitt Nr. 40 aus dem Buch Sewing Naturira Vol. 5 bietet eine raffinierte Lösung für alle, die eine gewisse Scheu gegenüber dem V-Ausschnitt mitbringen. Durch die Mittelnaht am Vorderteil wird es immer gelingen, die Mitte zu treffen. Wo aber ist diese Naht bei mir? Sie ist nicht vorhanden. Um dem Shirt eine sportlichere Note zu verleihen, habe ich mit einem Jerseyband versäubert und die vordere Mitte am Ausschnitt mit einer kleinen Stepp-Naht realisiert. Geht auch.



Die Säume sind alle in einer helleren Farbe gesteppt als das Shirt selbst hat.


Sagt mal, sind solche Infos eigentlich für Euch interessant, oder ist das schon zu viel? Die Paßform in Größe M ist jedenfalls reichlich. Das Shirt ist auch für größere Oberweiten tauglich, schnell genäht und macht Spaß. Stellt es Euch als Kleidchen aus Leinen für den sommerlichen Stadtbummel vor oder aus leichtem Batist für den Strand. Einfach perfekt.

Mehr Bilder von mir mit dieser Tunika findet Ihr hier.


Sewing Naturira Vol. 5, ISBN: 978-4-391-63076-3

Kommentare:

  1. Kann es ein zuviel an Info geben? Niemals. also ich würde ich auch weiterhin über solche Tipps und Hinweise freuen - und das Teilchen ist wirklich sehr schön.

    Alles Liebe
    Die Pitti

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  2. Perfekt - Teil, Info, Buch, Bild - alles da!

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  3. bitte unbedingt SOVIEL wie möglich an informationen!

    könntest - ruhig auch beim nächsten mal - etwas näher auf diesen band zwischen kapuze und OT eingehen? ich hab das bis jetzt einmal versucht, aber das ergebnis war irgendwie nicht so zufriedenstellend.

    vielleicht gibt es ja einen kniff?

    liebe grüße
    anke

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  4. Zuviel an Informationen - nein! Ich habe auch diesen Post, obwohl es ja um das gleiche Teil geht, welches ich ja bereits als für mich eher ungeeignet "abgestempelt" hatte, mit großem Interesse gelesen.
    LG LeNa

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  5. Wirklich sehr schick! Gefällt mir gut.

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  6. Ich mag ausführliche Schnittbeschreibungen sehr, vielen Dank! Und, wenn ich von meiner schlimmen Grau-Phobie absehe, schönes Shirt!
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  7. das shirt sieht super aus.
    die vielen infos finde ich ganz hilfreicht, insofern, du alles begründest. silikonstreifen gegen ausleiern. jerseystreifen zwecks sportlichere note.
    ich mag es immer, wenn aus einem schnitt etwas persönliches wird, man änderungen vor sich nimmt. oder aber einfach wie du, uns deine gedankengänge mitteilst, die beschreiben wie und weshalb du es machst.
    vieles ist bekannt. vieles nicht.
    ich nehme mit was ich gebrauchen kann und das ist schön.
    dafür sage ich DANKE
    lg monika

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  8. Hallo,

    noch eine kurze Frage: Sind bei den Schnitten die Nahtzugaben schon dabei???

    Liebe grüße
    Charlotte

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  9. Anonym10.2.12

    Hi Comtess,

    auf keinen Fall zu viel Information!! Das finde ich total interessant! Das ist doch auch ein Grund für diesen Blog, oder?

    Viele Grüße und viel Spaß mit Eurem neuen Blog!! (Das könnte jetzt auch der Pluralis Majestatis sein, aber eigentlich sind alle Bloggerinnen hier gemeint.)
    Thessa

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  10. Ich finde den Umfang an Beschreibung sehr gut. Nix zu viel!!! Sehr gut um Diskussionen anzuregen!!
    lG :-)

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  11. Liebe Charlotte, beste Leser,

    die japanischen Schittmuster enthalten in der Regel KEINE Nahtzugaben.

    Die meisten Bücher zeigen über Abbildungen, wie man welche Schnitt-Teile auf den Stoff legt, um eine "gute Stoff-Ausbeute" zu haben und wo man wieviel Nahtzugabe zugeben sollte (für Belgege anders als für Säume etc.).

    Ein wunderschönes Wochenende wünscht Euch:

    Caterina

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  12. Ich wollte endlich mal zu dieser tollen Blogidee gratulieren. Ich finde es toll, daß ihr da so viel Zeit investiert um Eure Erfahrung vielen Japan-Nähinteressierten zugänglich zu machen!
    Natürlich möchten wir (also ich) alle Infos gerne lesen, nur so kann man stetig und immer mehr dazu lernen!
    Und ich würde gerne noch ein paar Teilchen aus diesem Buch sehen, denn dann könnte ich mir durchaus überlegen, ob das was für mich ist. Oder lieber doch nicht? Kann ichs mir vielleicht mal zum Anschauen ausborgen?
    LG, Simone

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